Am 4. Dezember 1989 wandelte sich die Andreasstraße von einem Ort der Unterdrückung zu einem Ort der Befreiung. An jenem Tag besetzten mutige Erfurter*innen die Stasi-Zentrale und das Gefängnis in der Andreasstraße. Es war die erste Besetzung dieser Art in der DDR. Danach kam es auch in anderen Städten zu Besetzungen von Stasiverwaltungen.

Die Stasi-Mitarbeiter*innen waren gerade dabei, Beweise für ihre Menschenrechtsverletzungen zu vernichten. Doch die Besetzer*innen retteten, was noch zu retten war, und lagerten die sichergestellten Stasi-Akten in den leeren Gefängniszellen ein. Dies war ein Meilenstein der Friedlichen Revolution und der Beginn der Aufarbeitung der SED-Diktatur in Thüringen. Deshalb hat diese Geschichte heute einen besonderen Platz: auf dem Kubus der Friedlichen Revolution, dem Wahrzeichen unserer Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße. Hierfür wurden historische Bilder von der Potsdamer Agentur freybeuter zu einer Collage zusammengesetzt. Die künstlerische Verfremdung der Collage besorgte der Zeichner Simon Schwartz (Hamburg).