Geschichte ist wie ein Mosaik, das sich aus vielen kleinen Einzelteilen zusammensetzt. Es erfordert viel Zeit, Geduld und Akribie, bis aus den vielen Überresten aus der Vergangenheit ein erkennbares Gesamtbild entsteht. Und wir müssen uns eingestehen, dass bei der Fülle an Überresten niemals ein vollständiges Bild entstehen kann, immer bleiben Leerstellen und blinde Flecken.

Genau das ist die Arbeit der Stiftung Ettersberg: Wir sammeln Mosaiksteine – das heißt Forschungsergebnisse, Berichte von Zeitzeug*innen in geschriebener und mündlich übermittelter Form sowie Zeitzeugnisse in Form von Objekten und Fotos – und setzen sie zu Bildern zusammen. Diese ordnen wir dann mit kritischem Blick und unter Einbeziehung von Expert*innen in ihren historischen Kontext ein. Das alles tun wir mit dem Ziel, die so entstandenen neuen Bilder und Erkenntnisse der Öffentlichkeit und der internationalen Forschung zugänglich zu machen. Wir regen aber auch andere dazu an, zu forschen und Mosaiksteine zu neuen Bildern zusammensetzen. Ein Beispiel hierfür ist unser Förderprogramm für Nachwuchswissenschaftler*innen.

Was unsere Stiftung im Einzelnen macht, lesen Sie hier.

Bei allem, was wir machen, arbeiten wir sehr eng mit Forschungs- und Bildungseinrichtungen zusammen, aber auch mit Menschen, die Diktaturen persönlich erlebt haben. So bringen wir den analytisch-distanzieren Blick der Wissenschaft und den pädagogischen Bildungsansatz mit der persönlichen Erfahrung von Zeitzeug*innen zusammen. Sehr wichtig für die Qualität unserer Arbeit sind zudem die unterschiedlichen Gremien, die unserer Stiftung beratend zur Seite stehen.

ein Mann lächelt in die Kamera, hinter ihm sind eine rote Backsteinwand und eingraues Gitter zu sehen

»Wenn wir die Errungenschaften unserer Demokratie verteidigen wollen, müssen wir die Vergangenheit kennen. Wir müssen verstehen, wie Diktaturen entstehen und mit welchen Techniken der Lüge und Ausgrenzung sie funktionieren. Wir müssen auch verstehen, dass sie nie nur die Gewaltherrschaft einzelner sind, sondern immer auch ein gesellschaftliches Fundament besitzen. Denn in allen Diktaturen gab und gibt es Menschen, die ›mitmachen‹, sei es aus Überzeugung oder weil damit materielle Vorteile und soziale Aufstiegschancen verbunden sind. Diese beiden Gesichter von Diktaturen – Repressionen und Privilegien – und die große Verführungskraft, die von populistischem Freund-Feind-Denken immer noch und gerade heute wieder ausgeht, machen Diktaturen so gefährlich und die Arbeit der Stiftung Ettersberg so wichtig.«

Prof. Dr. Jörg Ganzenmüller war von 2014 bis 2025 Vorstandsvorsitzender der Stiftung Ettersberg. Seit Dezember 2025 ist er Direktor des Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung e.V. und Inhaber des Lehrstuhls für Totalitarismusforschung an der TU Dresden. Er leitet das Verbundprojekt »Reframe, Reflect, Connect – Transforming Memory Culture on (East) Germany’s Transformation«, an dem auch die Stiftung Ettersberg beteiligt ist.

Unsere Stiftung arbeitet zudem nach folgenden Grundprinzipien:

• Wir lassen kontroverse Positionen zu und vermitteln Wissen nicht mit dem erhobenen Zeigefinger. Stattdessen befähigen wir Menschen, den Dingen selbst auf den Grund zu gehen und ihre eigenen Schlüsse zu ziehen. Wir nennen das ›Forschendes Lernen‹.

• Bei der Wissensvermittlung verwenden wir moderne Medien und Formate, mit denen wir insbesondere auch junge Menschen erreichen können. Menschen, die Diktaturen nicht persönlich erlebt haben und bei denen wir erst einmal Interesse wecken wollen. Die Verwendung von Graphic Novels ist hierfür ein Beispiel.

mehrere Jahresberichte sind aufeinandergefächert gelegt
Eine Auswahl unserer Jahresberichte; Gestaltung: Anita Grabovac

Jahresbericht

In unserem Jahresbericht zeigen wir nicht nur, was wir im Laufe eines Jahres alles auf die Beine gestellt haben, seien es wissenschaftliche Seminare, Workshops für Jugendliche, Kinoabende, Ausstellungen, Wettbewerbe und Förderprogramme oder Podcasts. Wir geben auch Einblicke in die Arbeit hinter diesen Angeboten. Welche Menschen arbeiten und engagieren sich für die Stiftung Ettersberg und warum? Mit welchen Menschen und Organisationen arbeitet die Stiftung zusammen? Und: Welche Menschen interessieren sich für europäische Diktaturforschung und warum?

Neugierig geworden? Unsere Jahresberichte zum Nachlesen:

Jahresbericht 2025

Jahresbericht 2024

Jahresbericht 2023

Jahresbericht 2021/22

Jahresbericht 2020/21

Jahresbericht 2019/20

Jahresbericht 2018/19

Jahresbericht 2017/18

Jahresbericht 2016/17

Jahresbericht 2015/16

Jahresbericht 2014/15