Diktaturen haben viele Ausprägungen und Auswirkungen. Entsprechend treiben unsere Stiftung und unsere Mitarbeiter*innen viele Themen um. Welche Themen dies in den letzten Jahren waren und aktuell sind, zeigen auch unsere Sonderausstellungen.

Mal entwickeln wir unsere Sonderausstellungen selbst, mal holen wir gute Ausstellungen von anderen nach Erfurt in die Andreasstraße. Mal stehen Kunstwerke im Mittelpunkt, mal Fotografien, Postkarten oder auch Filme und Interviews.

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Ihre Ansprechpartnerin
Kathrin Schwarz
schwarz@stiftung-ettersberg.de
T +49 (0)361 219212 – 14

Aktuelle Sonderausstellung

Randgebiete – Geschichten von drüben

»Der Blick hinauf zur entrückten Wartburg gehört zum Heimatgefühl in Eisenach wie der Fernblick vom Bergfried in die Welt. Ich kann mich erinnern, wie uns Kindern, wenn wir über dessen Zinnen schauten, von Erwachsenen ›der Westen‹ gezeigt worden war. Die hüglige Landschaft, die wir in dieser verheißungsvollen Himmelsrichtung erblickten, unterschied sich kaum von der des Eisenacher Umlandes und weckte dennoch Vorstellungen von einem ganz anderen, bunteren und freieren Leben.

Wäre es nicht an der Zeit, endlich auch Westdeutschland ethnografisch zu erkunden? Welche Anteile des westlichen Alltags werden mir durch die Brille meiner Ostdeutschen Normalität fremd erscheinen? Welche Selbstbilder finde ich in Westdeutschland, und wie werden diese mit Bildern von Ostdeutschland ins Verhältnis gesetzt? Welchen Westdeutschen Unmut erlebe ich? Und wo beweisen die Westdeutschen Mut?«
(Juliane Stückrad: Die Unmutigen, die Mutigen. Berlin 2022)

Die Ethnologin Juliane Stückrad und der Fotograf Ulrich Kneise sind unweit des Sperrgebiets an der Grenze zwischen BRD und DDR im thüringischen Eisenach aufgewachsen. Sie teilen Grenzerfahrungen ebenso, wie sie die Umbrüche nach dem Fall der Mauer erlebten und auch dokumentierten. Entlang der Thüringischen Grenze zu Niedersachsen, Hessen und Bayern gehen sie in dieser Ausstellung und dem Buch nun der Frage nach, ob uns in Ost und West mittlerweile mehr verbindet als trennt. Sie zeigen die Unteilbarkeit einer Kulturlandschaft ebenso, wie sie Menschen in Wort und Bild nahekommen, die im ›Randgebiet‹ ihre Heimat gefunden haben. Diese fotografisch-ethnologische Vermessung des Standes der deutschen Einheit im ehemaligen Grenzgebiet will erzählen, wie Bewohner*innen der betroffenen Regionen nahezu in aller Stille diesen Transformationsprozess in Ost und West gemeistert haben.

Mehr Informationen zur Ausstellung finden Sie hier.

Finanziell gefördert vom Beauftragten der Bundesregierung für Ostdeutschland

Zu sehen vom 2. Dezember 2023 bis zum 21. April 2024