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Aktuelles aus der Stiftung

Allgemein GERHARD LAUE, ein Erfurter Weltbürger Wir erinnern an Gerhard Laue
drei Menschen sitzen vor einer Wand, auf der ein Mann zusehen ist, darüber ist ein Fenster aus Glasbausteinen
Projekte/Neuerscheinungen Neues Verbundprojekt gestartet, gefördert von der VW-Stiftung Erinnerungskultur als demokratische Aufgabe: Verbundprojekt setzt auf nachhaltigen Dialog über ostdeutsche Transformationserfahrungen
das ehemalige Haftgebäude und der Kubus der Friedlichen Revolution aus einer Komplettperspektive von oben
Allgemein Stille Stunde in der Gedenkstätte am Dienstag, den 3. November 2026 von 17 bis 20 Uhr
Eine Installation, im Vorderdrund sind gefüllte flache Glasvitrinen zu sehen, die auf dem Bodem liegen. Dahinter hängt ein roter Teppich herunter, er liegt zum Teil auf den Vitrinen.
Sonderausstellung fragile. Die Häutung der Schlange vom 11.9.26 bis zum 31.1.27 zu sehen
ein Haus im Park
Veranstaltung Demokratische Erhebungen und ihre Denkmäler: Ein globaler Blick auf die Zeit seit den 1970er Jahren Anmeldungen zum 23. Internationalen Symposium möglich
Ein Tisch mit einem Modell des Gebäudes der Gedenk- und Bildungsstätte. Ebenfalls auf dem Tisch zu sehen sind Zeichnungen und Texte.
Projekte/Neuerscheinungen Andreasstraße taktil Angebote für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen

Er war ein begnadeter Erzähler. Ganz gleich ob vor der Kamera, vor Schulklassen oder großen Auditorien – wenn er über seine Jugend in Erfurt in der Zeit des Nationalsozialismus sprach oder von den Jahren des Wiederaufbaus in der Zeit ab 1945, hörten wir ihm gebannt zu. Gerhard Laue wurde am 14. Juni 1928 in Erfurt geboren und ging auf die Handelsschule in der Talstraße, wo er sich die Schulbank mit Karl Metzner teilte. Als dieser 1943 mit vier weiteren Klassenkameraden eine Flugblattaktion gegen die Nazis startete, wurde auch Gerhard Laue von der Gestapo verhört. Gerhard Laue hielt dicht und hatte Glück, dass er nicht, wie seine Freunde, ins Gefängnis kam, doch er wurde von der Schule verwiesen.

Jahrzehnte später, längst war er in den Westen geflohen und in Wuppertal ein erfolgreicher Kaufmann mit internationale Verbindungen geworden, engagierte er sich in seiner alten Heimat Erfurt als Unternehmer und immer wieder auch als Zeitzeuge. Unvergessen seine Mitwirkung in unserem Dokumentarfilm NIEDER MIT HITLER – 5 ERFURTER SCHÜLER IM WIDERSTAND GEGEN DEN NATIONALSOZIALISMUS und seine Auftritte bei Lesungen und Zeitzeugengesprächen. Seinem unermüdlichen Einsatz gegen das Vergessen ist es zu verdanken, dass wir 2023 eine Gedenktafel für die Erfurter Widerstandsgruppe an seiner ehemaligen Schule in der Talstraße einweihen konnten. Gerhard Laue hat an diesem Tag in einer bewegenden Rede an den Mut der damals 16-jährigen erinnert.

Als im letzten Jahr im Schulmuseum Friedrichshafen ein neuer Ausstellungsteil zur JUGEND UNTERM HAKENKREUZ eröffnet wurde, bekamen auch Filmausschnitte mit Gerhard Laue ihren Platz auf einer Medienstation. Darüber freute er sich ganz besonders, auch wenn er aus Altersgründen nicht mehr persönlich an der feierlichen Veranstaltung teilnehmen konnte. Gerhard Lauewar, nicht zuletzt auch als Buchautor, ein leidenschaftlicher Chronist seiner eigenen spannenden Lebensgeschichte, aber nicht nur das. Als überzeugter Anhänger der liberalen Demokratie kam es ihm darauf an, gerade junge Leute über die Gefahren totalitärer Ideologien und Parteien aufzuklären.

Am 17. September 2026 ist Gerhard Laue im Alter von 98 Jahren in Wuppertal gestorben. Sein Sendungsbewusstsein, seine große Freundlichkeit und Zugewandtheit wie auch seine wunderbar nachdenklich heitere Art, von früher zu erzählen, sie werden uns fehlen. Wir trauern mit seiner Familie und sind dankbar, dass wir Gerhard Laue erleben und begleiten durften.

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